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I Am Jesus Christ ist kein gewöhnliches Spiel. Statt typischer Gameplay-Schleifen oder klassischer Storystruktur schlüpfst du hier in die Rolle von Jesus Christus und erlebst bekannte biblische Ereignisse aus der Ego-Perspektive. Das Konzept ist mutig und hebt sich klar von anderen Spielen ab – funktioniert aber nicht in allen Bereichen gleich gut.
Bekannte Geschichte neu erlebt
Die Handlung orientiert sich an zentralen Episoden aus dem Neuen Testament. Du begleitest wichtige Momente, von Wundern bis hin zu bekannten Begegnungen, und erlebst diese aktiv statt nur passiv. Dabei bleibt das Spiel relativ nah an der Vorlage, nimmt sich aber spielerische Freiheiten, um dich stärker einzubinden. Die Geschichte ist dadurch verständlich und zugänglich, selbst wenn du nicht tief im Thema drin bist. Allerdings ist die Erzählweise eher simpel gehalten. Dialoge und Inszenierung erreichen selten die Tiefe, die das Thema eigentlich bieten könnte. Es wirkt stellenweise mehr wie eine Abfolge von Szenen als wie eine durchgehend starke Dramaturgie.

Gameplay zwischen Simulation und Inszenierung
Spielerisch ist I Am Jesus Christ eine Mischung aus Erkundung, Interaktion und inszenierten Momenten. Du bewegst dich durch verschiedene Gebiete, sprichst mit Figuren und nutzt besondere Fähigkeiten, um Wunder zu vollbringen. Diese „Wunder“ sind das zentrale Spielelement. Du heilst Menschen, beeinflusst deine Umgebung oder greifst in Situationen ein. Das funktioniert meist über einfache Mechaniken, die leicht zugänglich sind. Das Problem ist, dass das Gameplay insgesamt recht simpel bleibt. Viele Abläufe wiederholen sich, und echte spielerische Tiefe entsteht selten. Entscheidungen haben nur begrenzte Auswirkungen, und oft fühlst du dich eher geführt als wirklich frei. Trotzdem gibt es Momente, die funktionieren – vor allem dann, wenn Spiel und Thema gut zusammenfinden. Diese sind aber nicht konstant genug, um das gesamte Erlebnis zu tragen.
Solide, aber unspektakuläre Grafik und Passender, ruhiger Sound
Grafisch bewegt sich das Spiel im soliden Mittelfeld. Die Umgebungen sind erkennbar gestaltet und vermitteln eine passende historische Atmosphäre, ohne besonders detailliert oder technisch beeindruckend zu sein. Charaktermodelle wirken teilweise etwas steif, Animationen nicht immer ganz rund. Dafür sind Landschaften und Schauplätze stimmig umgesetzt und geben dir zumindest ein Gefühl für die Welt, in der du dich bewegst. Insgesamt erfüllt die Grafik ihren Zweck, bleibt aber klar hinter dem zurück, was heute möglich wäre. Der Sound unterstützt das Erlebnis deutlich besser als die Grafik. Ruhige Musik und passende Klangkulissen sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Die Vertonung ist funktional und transportiert die Inhalte verständlich, auch wenn sie nicht immer emotional mitreißt. Besonders in ruhigeren Momenten funktioniert der Sound gut und trägt zur Wirkung bei. Es fehlt jedoch an echten Highlights, die sich einprägen.

Trailer





