
Mit Kena: Bridge of Spirits erwartet dich ein atmosphärisches Action-Adventure, das mit wunderschöner Präsentation, charmanten Ideen und klassischem Aufbau überzeugt.
Umfangreich und technisch überzeugend umgesetzt
Inhaltlich bekommst du in der Switch-2-Version von Kena: Bridge of Spirits das komplette Erlebnis – inklusive aller Inhalte aus dem Jubiläums-Update wie neue Herausforderungen, Outfits, Barrierefreiheitsoptionen und New Game+. Du verpasst also nichts im Vergleich zu anderen Plattformen. Auch technisch kann sich die Version sehen lassen. Trotz kleiner Abstriche bleibt das Spiel visuell beeindruckend – egal ob im Handheld- oder TV-Modus. Dichte Wälder, verschneite Berge und die liebevoll gestalteten Umgebungen kommen weiterhin stark zur Geltung. Bei der Performance gibt es allerdings einen Unterschied: Auf der Switch 2 läuft das Spiel mit 30 fps statt 60 fps wie auf anderen Plattformen. Gelegentliche Schwankungen sind zwar vorhanden, fallen aber selten negativ auf. Der Soundtrack ist nach wie vor ein großes Highlight. Er begleitet ruhige, nachdenkliche Momente genauso gut wie actionreiche Passagen und hebt die gesamte Präsentation spürbar an. Unterm Strich liefert die Switch-2-Version eine sehr gelungene Umsetzung, die visuell und akustisch überzeugt – auch wenn sie technisch nicht ganz auf dem Niveau der stärkeren Plattformen liegt.

Schöne Geschichte mit wenig Tiefe
Die Handlung von Kena: Bridge of Spirits ist klar strukturiert und leicht zugänglich. Du begleitest Kena, eine Geisterführerin, die verlorenen Seelen hilft, ihren Frieden zu finden. Im Zentrum steht eine mysteriöse Verderbnis, die die Welt heimsucht und nur durch das Befreien der betroffenen Geister aufgehalten werden kann. Dein Weg folgt dabei einem festen Ablauf: Du suchst Geister, nutzt magische Masken, findest wichtige Gegenstände und stellst dich schließlich der Verderbnis. Das funktioniert spielerisch gut, wirkt erzählerisch aber etwas vorhersehbar. Mit rund 12 Stunden Spielzeit – plus optionalen Sammelobjekten und Herausforderungen – bietet das Abenteuer eine solide Länge. Die einzelnen Geschichten der Geister sind zwar interessant aufgebaut, bleiben aber meist an der Oberfläche. Gerade hier merkt man, dass das Spiel sein narratives Potenzial nicht ganz ausschöpft. Die Grundidee – Traumata verarbeiten und Seelen erlösen – verspricht eigentlich eine tiefgehende, emotionale Reise, wird aber selten wirklich intensiv ausgearbeitet. Trotzdem gelingt es dem Spiel durch seine starke Präsentation, viele Szenen eindrucksvoll wirken zu lassen. Inhaltlich bleibt die Geschichte eher schlicht, wird aber durch Grafik und Sound deutlich aufgewertet.
Abwechslungsreiches Gameplay mit klarem Fortschritt
Auch wenn die Story eher schlicht bleibt, überzeugt Kena: Bridge of Spirits mit einem abwechslungsreichen Gameplay. Das Spiel setzt auf eine zusammenhängende Welt, die du Schritt für Schritt erkundest, während du neue Fähigkeiten freischaltest und immer wieder zur zentralen Basis zurückkehrst. Dieses strukturierte Hin und Her sorgt für ein starkes Fortschrittsgefühl und wirkt angenehm fokussiert – fernab von überladenen Open Worlds. Stattdessen bekommst du kompakte, handgefertigte Areale, die Erkundung belohnen und klar aufgebaut sind. Spielerisch erwartet dich eine Mischung aus Plattforming, kleinen Rätseln und Kämpfen, die sich gut abwechseln. Neue Mechaniken werden regelmäßig eingeführt, sodass das Abenteuer frisch bleibt. Das Upgrade-System rund um die kleinen Rots erweitert dein Arsenal stetig. Fähigkeiten wie Bogenangriffe, Bomben oder Spezialbewegungen bringen zusätzliche Tiefe ins Kampfsystem, das zwar einfach, aber effektiv ist – besonders in den Bosskämpfen. Schwächen gibt es dennoch: Kämpfe in Arenen mit vielen Gegnern können sich mit der Zeit etwas wiederholen. Trotzdem schafft es das Spiel, diese Phasen gut mit ruhigeren und kreativeren Abschnitten zu mischen.

Trailer














