Ninjatown

Ninjatown (NDS)

(SouthPeak Games)

geschrieben von Anna Okel

Anmerkung: Die Screenshots stammen aus der englischen Version des Spiels, das Spiel selbst ist komplett in deutscher Sprache.

 

 
Entwickler: Venan
Publisher: SouthPeak Games
Genre: Strategiespiel
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Ninjatown
Preis: 39,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ab sechs Jahren gemäß §14 JuSchG

Ein neues Strategiespiel kommt auf den Markt und sorgt für Verblüffung. "Ninjatown" basiert auf den Spielzeugen und Comics von Shawnimals. Wer die Marke kennt, wird wissen, dass die Figuren nicht aussehen wie alle anderen. Runde Formen und abstrakte Gebilde machen sie aus. Während man normalerweise Soldaten oder andere Gefährten, die es im wirklichen Leben geben könnte, steuern muss, sind es in diesem Spiel kleine süße Ninjas.

Verdrehte Welt

Ninjatown ist eine kleine, friedliche Stadt in Shawnimaland. Alle Bewohner haben eine Aufgabe und erledigen sie mit Fleiß. Vor allem können sie vorzügliche Kekse backen. Etwas ungewöhnlich für Ninjas, aber gerade auf diese Spezialität sind sie besonders stolz. Das Rezept ist ein Geheimnis und wird von den Bäckern von Generation zu Generation weitergereicht. Alles nimmt seinen gewohnten Lauf, bis Herr Dämon, ein alter Feind der Ninjas, wieder nur Böses im Sinn hat. Scharenweise greift seine Armee von niederträchtigen Teufelchen an und versucht, Ninjatown in die Knie zu zwingen und das geheime Rezept zu stehlen. Zu allem Überfluss bereitet auch noch der Feroshiberg Sorgen. Der Dinoschneck ist der Wächter über die Angelegenheiten der Ninjas und besitzt so viel Macht, dass er ohne Weiteres den Berg ausbrechen lassen kann. Somit darf man ihn bloß nicht verstimmen, was anscheinend doch geschehen ist, denn gleichermaßen merkwürdige wie auch bedrohliche Geräusche sind aus der Richtung des Berges zu vernehmen und lassen nichts Gutes erahnen.

Gleich nachdem man in die Geschichte eingeführt wurde, bemerkt man, dass die Ninjas teilweise alles andere sind als das, was man erwartet. Der Bürgermeister gerät sofort in Panik, als er von dem Angriff hört, und verkriecht sich lieber unter seinem Schreibtisch. Der Ninjameister soll die Führung übernehmen und die Stadt retten, jedoch ist der letzte Kampfeinsatz schon länger her und der Meister etwas in die Jahre gekommen. Aus diesen Gründen erhält er Unterstützung von dem Ninja-Berater, der ihm hilfreich zur Seite steht und ihn über die neuesten Geschehnisse informiert. Nachdem alles Wichtige gesagt wurde, muss sich der Spieler seiner Mission stellen und versuchen, die Bewohner sowie das geheime Rezept zu schützen und Ninjatown zu retten.

Ninja vs. Teufelchen

Grundsätzlich handelt es sich bei "Ninjatown" um ein Strategiespiel, das allerdings mit vielen Kämpfen verbunden ist. Es ist das bekannte Spielprinzip "Tower Defense", in dem es darum geht, Gegner, die einer Karte überqueren aufzuhalten, indem man seine Verteidigung optimal positioniert. Man schlüpft in die Rolle des alten Ninjameisters und muss den Feldzug gegen den Feind leiten und überwachen. Man reist gemeinsam mit den Schülern durch ganz Ninjatown, um Herrn Dämon aufzuhalten. Das Spiel ist in neun Abschnitte eingeteilt, in denen jeweils vier Karten zu meistern sind. Die Gefahr droht aus dem Dunkelwald, der am Stadtrand liegt, so dass die Feinde zunächst die Vorstadt erreichen. Hat man eine Karte ausgewählt, folgt erst eine kurze Sequenz, die den Spieler über kürzliche Geschehnisse informiert. Man erfährt, was die Feinde vorhaben und welche Schritte man einleiten muss, um ihre Pläne zu durchkreuzen. Anschließend darf man aktiv gegen den Angriff vorgehen. Der Ninja-Berater steht dabei mit Rat und Tat zur Seite und erklärt, welche Interaktionen man durchführen muss, um einen Sieg davonzutragen. Sobald neue Optionen oder Charaktere zur Verfügung stehen, liefert er Informationen und gewährleistet, dass der Spieler immer einen genauen Überblick behält.

Auf jeder Karte sind im Wesentlichen die gleichen Aktionen durchzuführen. Der Topscreen zeigt eine Übersicht der Karte, auf der man sich gerade aufhält. Man kann erkennen, aus welcher Richtung der Angriff kommen wird und dementsprechend die Kämpfer platzieren. Auf dem Touchscreen ist ein detaillierter Ausschnitt der Karte zu sehen. Auf quadratischen Feldern muss man Ninjahütten bauen, um die Stadt angemessen zu verteidigen. Sobald sie fertiggestellt sind, erscheinen die kleinen Ninjas auch schon und sind einsatzbereit. Allerdings steht ihnen immer nur einen bestimmter Radius zur Verfügung, in dem sie sich bewegen können. Er wird durch eine Linie markiert, so dass man gut überlegen kann, wo man die nächste Hütte platziert. Zusätzlich gibt es Modifikationsgebäude, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Kämpfer haben. Entweder werden sie stärker oder der Radius, in dem sie sich bewegen können, wird vergrößert. Jede Baumaßnahme ist mit Sternkeksen zu bezahlen. Man sollte das Gebiet also nicht willkürlich bebauen, sondern überdenken, welcher Standort der effektivste ist.

Die Angriffe erfolgen in einer bestimmten Anzahl von Wellen. Sie variiert je nach Karte und Schwierigkeitsgrad und beträgt im Durchschnitt 15 Angriffe. Es gibt unterschiedliche Gegner, die immer nur mit einem bestimmten Ninja-Typ abgewehrt werden können. Fernkampfangriffen muss man also auch mit Ninja begegnen, die weit schießen können. In einem kleinen Fenster sieht man, welcher Gegner als nächster zu bewältigen ist und man kann abschätzen, wann der nächste Angriff erfolgt. Die Ninjahütten sollten gut positionieren werden, um gegen jeglichen Angriff gewappnet zu sein. Da man sie mit Sternkeksen bezahlen muss, ist das nicht immer ganz einfach und man kann deshalb Hütten verkaufen, wenn man sie gerade nicht benötigt. Die Gegner werden von Welle zu Welle stärker. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, die Hütten, die zunächst alle auf Stufe eins sind, nach und nach bis hin zur Stufe fünf aufzuwerten. Sobald die Gegner angreifen, kämpfen die Ninjas selbstständig und man muss lediglich aufpassen, dass kein Feind entwischt, da es ihnen meist darum geht, bis ans Ende der Karte zu gelangen oder zu einem bestimmten Monument wie zum Beispiel einer Statue oder einer Brücke zu kommen, um es zu zerstören. Für jedes besiegte Teufelchen erhält man einige Kekse, die man für weitere Baumaßnahmen verwenden kann.

Neue Gegner- und Ninja-Typen sowie hilfreiche Optionen, die man gegen die Angriffe einsetzen kann, werden mit dem Spielverlauf freigeschaltet. Es gibt nach kurzer Zeit das "Frohlocken", was meisterliche Ninjakräfte beinhaltet. Man kann seine Ninja mit einem Schrei wieder fit kriegen oder die Gegner in eine bestimmte Richtung befördern, indem man in das Mikrophon bläst. Die Interaktionsmöglichkeiten des Nintendo DS werden gerade durch diese Optionen bestens ausgenutzt. Zur Stärkung der Kämpfer oder Schädigung der Gegner stehen Charaktermarken zur Verfügung, die man in einem bestimmten Umkreis verwenden kann. Sie setzen Feinde temporär außer Gefecht oder verleihen den Ninja mehr Energie. Sobald neue Optionen zur Verfügung stehen oder ein Feind angreift, den man noch nicht kennt, erscheint ein kurzer Text, der über die wichtigsten Fakten informiert, so dass man immer bestens Bescheid weiß, wie man vorgehen muss. Der Verlauf ist somit sehr gut gelöst, da man nicht von Anfang an mit zu vielen Optionen zurechtkommen muss und das Spiel mit der Zeit immer besser kennen lernt.

Augen und Ohren auf!

Die Grafik ist nicht besonders aufwendig, besticht aber durch den süßen Stil. Die Ninjas und Teufelchen besitzen allesamt runde Formen, die auf das Wesentliche reduziert sind. Sie haben beispielsweise nur Augen und manchmal einen Strich, der den Mund darstellt. Gerade deshalb sehen sie einfach klasse aus. Die Umgebung ist ihren Formen angepasst, so dass die Hütten ebenfalls rund sind und auch die Bäume aussehen wie auf einer Kinderzeichnung. Die gesamte Optik ist sehr niedlich und es macht Spaß, bei den Kämpfen zuzusehen. Die Animationen und Bewegungsabläufe sind flüssig und bereiten keine Darstellungsschwierigkeiten. Man kann dem Geschehen sehr gut folgen, ohne dass Störungen auftreten. Gerade auf die Kampfabläufe sollte man genauer achten, denn wenn sie spektakulär wie in einem Comic dargestellt sind, hat man den passenden Ninja gewählt. Wirken sie eher lahm, sollte man die Taktik noch einmal überdenken.

Die Musik bietet eine gelungene Abwechslung zu anderen Titeln. Man muss sich zwar zunächst an sie gewöhnen, da man derartige Klänge bisher nur selten gehört hat, jedoch ist sie zu keiner Zeit störend und bereitet zusätzliche Freude. Man glaubt zunächst, dass die Töne durcheinander geraten sind, jedoch fügen sie sich geschickt zu einem Ganzen, um eine spannende Atmosphäre zu schaffen. Sie wechselt je nach Situationen, so dass sie während einer Sequenz bedrohlich und auf einer Karte motivierend wirkt. Die Geräuschkulisse ist sehr passend. Man hört, wie die Parteien kämpfen und wenn eine Angriffswelle erfolgt, ertönt ein Signal, damit man die Schlacht nicht verpasst. Die Figuren können nicht sprechen und man kann die Gespräche nur lesen, aber der große Spielumfang macht das wieder wett.

Zwei sind besser als einer

Im Mehrspielermodus ist es möglich, gegen einen Freund anzutreten, um herauszufinden, wer Ninjatown besser verteidigen kann. Das Spiel verläuft wie gewohnt, jedoch werden die Ergebnisse miteinander verglichen. Man muss versuchen, schneller zu sein als der Mitspieler und seine Hütten bestmöglich platzieren, um eine Angriffswelle effektiv abzuwehren. Der Schnellere erhält eine Charaktermarke, während dem anderen ein Leben abgezogen wird. Zum Ausgleich verfügt er aber dann über eine verbotene Technik, die sofort gegen den Mitspieler angewendet wird. Er kann beispielsweise 50 Prozent der Kekse klauen oder ein Gebäude wird willkürlich zerstört. Der Gewinner ist derjenige, dessen Ninjameister als letzter auf dem Feld verbleibt.

Fazit

"Ninjatown" ist wirklich gelungen, da es wegen seines Umfangs und der Optik Spielspaß für Jung und Alt bietet. Die taktische Ausführung gestaltet sich als nicht immer einfach, so dass auch ein Erwachsener bisweilen mit Schwierigkeiten rechnen muss. Herausragend sind das Aussehen der Charaktere und der Umgebung sowie die Abwechslung im Spielverlauf, da man viele unterschiedliche Interaktionen anwenden kann. Langeweile kommt bei dem Titel nicht auf, da jedes Gebiet anders als die übrigen gestaltet ist und man mit immer neuen Problemen zu kämpfen hat.

(12.12.2008)

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