Das weiß doch jedes Kind!

Das weiß doch jedes Kind! (NDS)

(HMH Interactive)

geschrieben von Daniela Salten

 

 
Entwickler: Mindscape
Publisher: HMH Interactive
Genre: Quiz
Releasedate: Bereits erhältlich
Homepage: Das weiß doch jedes Kind!
Preis: 39,99 €
Altersfreigabe: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß §14 JuSchG

Wenn man sich daran erinnert, was in der Grundschule alles gelehrt wurde, fällt jedem sicherlich sofort das Einmaleins sowie Lesen und Schreiben ein. Dennoch dürfte es wohl den Wenigsten bewusst sein, wie viel man eigentlich in den ersten fünf Schuljahren lernt. Was Kinder heutzutage alles wissen müssen, wird uns seit 2007 in der Fernsehshow "Das weiß doch jedes Kind!" präsentiert. Im Prinzip geht es darum, dass ein Kandidat Fragen beantworten muss, die auf Schulbuchinhalten basieren. Dabei kann er bis zu 200.000 Euro gewinnen. Sollte er einmal nicht weiterkommen, kann er sich der Hilfe von zehn- bis elfjährigen Kindern bedienen. Dieses Quiz wurde nun auch für den Nintendo DS umgesetzt.

Gameplay

Nachdem man seinen Spielernamen eingegeben hat, kann es auch schon losgehen. Zuerst erscheint der Moderator - der leider keinerlei Ähnlichkeit mit seiner deutschen Kollegin Cordula Stratmann hat - und erklärt die Regeln. Es gibt pro Spielrunde zehn Fragen, jede aus einem anderen Schulfach und jeweils zwei aus den Klassenstufen eins bis fünf. Zu jeder Frage gibt es vier Antwortmöglichkeiten. Ist eine Frage richtig beantwortet, steigt man im Bereich zwischen 500 und 100.000 Euro jeweils eine Gewinnstufe höher. Die Fragen können dabei in einer beliebigen Reihenfolge beantwortet werden. Hat man die fünfte Aufgabe gemeistert, sind 10.000 Euro als Gewinn sicher. Weiß man einmal nicht weiter, kann man sich Hilfe von virtuellen Klassenkameraden holen. Zu Beginn stehen fünf Kinder zur Wahl, wobei man sich alle zwei Runden für einen neuen Helfer entscheiden muss. Jedes Kind hat dabei andere Fächer, in denen es besonders stark ist. Sie werden dadurch gekennzeichnet, dass sie im Spiel aufblinken. Pro Spiel stehen drei Joker zur Verfügung: Spicken, Abschreiben und Letzte Rettung. Beim Spicken erscheint, wie der Mitschüler die Frage beantworten würde, man muss seinen Vorschlag aber nicht übernehmen. Schreibt man ab, muss man die Lösung des Mitschülers akzeptieren. Die Letzte Rettung setzt ein, sobald man eine Frage falsch beantwortet hat. In diesem Fall wird automatisch die Antwort des Fünftklässlers übernommen. Ist sie korrekt, kommt man eine Runde weiter. Hat man keinen Joker mehr zur Verfügung oder will man das Spiel beenden, kann man über die Schaltfläche "Schule verlassen" den bislang erspielten Gewinn behalten. Ist man bei 100.000 Euro angelangt, kann man eine Bonusfrage anfordern, die bei richtiger Lösung einen Gewinn von 200.000 Euro einbringt. Wird sie jedoch falsch beantwortet, fällt man auf 10.000 Euro zurück. Joker stehen für die Zusatzfrage natürlich nicht zur Verfügung.

Auch wenn man das Spielprinzip der Fernsehshow somit zwar gut umgesetzt hat, bleiben dennoch einige Kritikpunkte. Zum einen wird der Moderator letztlich nur dazu gebraucht, um die Regeln zu erklären. Auch wenn man seine Monologe abbrechen kann, ist es schade, dass er nicht mehr ins Spiel eingebunden wurde, und sei es nur, dass er ab und zu "Sind sie sich wirklich sicher?" fragen könnte. Eine weitere Schwäche liegt beim Schwierigkeitsgrad der Fragen. Die zehn Aufgaben orientieren sich hinsichtlich ihrer Komplexität allein an der Klassenstufe, nicht jedoch an der Gewinnstufe. So kann man mit einer relativ einfachen Frage aus der ersten Klasse 100.000 Euro gewinnen, während man bei einer schwierigeren aus der fünften Klasse, deren Beantwortung lediglich 500 Euro eingebracht hätte, scheitern kann. Insgesamt sind allerdings die Fragen selten so anspruchsvoll, als dass man nicht regelmäßig bis zur Bonusfrage vordringen könnte. Zwar ist sie nicht ganz so einfach, aber der aus der Fernsehshow bekannte Überraschungseffekt, dass auch Fragen zum Grundschulwissen nicht unbedingt leicht zu beantworten sein müssen, will sich hier nur selten einstellen. Dazu kommt, dass sich schon nach recht kurzer Zeit Fragen wiederholen. Nach Angaben des Herstellers gibt es zwar über 2.000 davon, wenn man aber im Schnitt zehn bis elf Fragen pro Spiel beantwortet, kann sich jeder selbst ausrechnen, wie lange der Spielspaß anhält. Schade ist auch, dass es keine weiteren Funktionen, etwa in Form eines Multiplayer-Modus oder alternativer Spielweisen, gibt.

Sound und Grafik

Die Stimme des Moderators klingt gut und ist deutlich zu verstehen. Die Musik, die das Spiel untermalt, ist eine typische Quizshow-Musik, die man aber während des Spiels leider nicht abstellen kann. Der Moderator und die Kinder sind grafisch recht solide dargestellt; Fragen und Antworten sind gut lesbar.

Fazit

"Das weiß doch jedes Kind!" ist ein Beispiel für eine mittelmäßig gelungene TV-Show-Umsetzung. Die Fragen sind zu einfach und orientieren sich im Schwierigkeitsgrad anders als bei "Wer wird Millionär?" überhaupt nicht am zu gewinnenden Geldbetrag. Die zu geringe Anzahl der Fragen und der hohe Anschaffungspreis des Spiels tun dabei ein Übriges, um den Spaß eher gering zu halten. Auch die recht ordentliche Grafik kann das nicht ausgleichen.

(02.12.2008)

Kommentare:
Der Kommentar wurde gespeichert!
The Captcha element applies the Captcha validation, which uses reCaptcha's anti-bot service to reduce spam submissions.

Das weiß doch jedes Kind!
Das weiß doch jedes Kind!
Das weiß doch jedes Kind!