Deceit 2

PC, Shadow PC

Am 14. September veröffentlichte Publisher und Entwicklerstudio World Makers, ihr neustes Horrorspiel für 6-9 Spieler mit sozialer Deduktion. Ob der Titel was taugt und mit ähnlichen Games mithalten kann oder gar den Vorgänger in den Schatten stellt, erfahrt ihr hier.

Die zwei Phasen in der Realitätsphase

Jedes Spiel in Deceit 2 beginnt in der Realitätsphase, in der nichts versucht, dich zu jagen und zu töten, aber diese Zeit wird damit verbracht, herauszufinden, wer es wahrscheinlich wird, wenn die Dunkelheit kommt. Du beginnst als Überlebender oder als Infizierter. Die Überlebenden müssen sich zusammentun und Aufgaben erfüllen, um Seelen zu verdienen, eine Art Währung, die für zahlreiche Gegenstände ausgegeben werden kann, die euch in der Dunkelheit helfen und die Infizierten in Schach halten. Sie müssen auch auf seltsame Vorgänge achten, bspw. darauf, dass die Infizierten versuchen, verschiedene Blutaltäre zu aktivieren, um das Ritual zu starten. In der zweite Phase können sich die Spieler untereinander austauschen, wenn sie einen Infizierten verdächtigen, und wenn sie sich einig sind, können sie den Verdächtigen erschießen und abstimmen, um ihn aus dem Spiel zu werfen. Hier beginnt der Spaß, denn die infizierten Spieler können sich einbringen und versuchen, andere davon zu überzeugen, dass ein Überlebender infiziert sein könnte. Der soziale Aspekt ist großartig, und wenn man den Gesprächen zwischen den Spielern zuhört, bekommt man einen Eindruck davon, wie Lügen erzählt werden, wie Wahrheiten weitergegeben werden und wie man sich generell ein Bild davon machen kann, wem man vertrauen kann und wem nicht.

Die letzte Phase und der Loop

Die Zwischenspielphase ist die dritte Phase des Spiels. Wenn ein Blutaltar aktiviert wird, tritt jeder in eine andere Welt ein, in der die Angst beginnt, und wenn man überlebt, sollte man hoffen, dass man darauf vorbereitet ist, zu überleben. Während dieser Phase bin ich mehrmals aus der Haut gefahren, als sich eine dieser abscheulichen Kreaturen näherte. Die Musik ist mit ihren unheilvollen und unheimlichen Tönen fantastisch und lässt einen erahnen, dass der Infizierte in der Nähe ist, aber am gruseligsten ist Deceit 2, wenn man ihn endlich sieht. Wenn du eine Taschenlampe oder einen anderen Gegenstand hast, der Licht erzeugen kann, können die Infizierten nicht näher kommen. Diese Gegenstände helfen dir auch, deinen Verstand zu bewahren. Wenn deine geistige Gesundheit sinkt, ist es schwieriger zu entkommen und du bist anfälliger für einen Angriff. Wenn du die Zwischenphase überlebst, kehrst du in die Realitätsphase zurück und versuchst erneut herauszufinden, wer infiziert ist.

Party und Lobby

Die vorbereitete Party-Lobby ist mit Mängeln behaftet. Erstens kann man nur mit mindestens 6 Spielern spielen, was äußerst merkwürdig ist, wenn man bedenkt, dass man in Spielen wie Among Us nur 3 Spieler braucht. Zugegeben, es macht keinen Spaß, nur mit 3 Spielern zu spielen, aber man hat immerhin die Möglichkeit dazu. Die verfügbaren öffentlichen Partys sind rar gesät und oft nur auf Russisch oder Chinesisch verfügbar. Ganz zu schweigen von der schäbigen Gestaltung der Lobby und der Häufigkeit, mit der man aus einem bereits begonnenen Spiel herausgeschmissen wird. Die Lobby ähnelt der von Call of Duty: WWII Zombies, fühlt sich aber noch leerer an. Die uninteressanten, minderwertigen Charaktermodelle und die Farbe Rot sind nicht gerade ein Augenschmaus. Es fühlt sich an, als hätte jemand einen Filter angewendet, der alles blutiger aussehen lässt, denn selbst der Nebel ist rot. Es gibt kaum Farbkontraste, so dass die Menüs zusammengewürfelt aussehen und schwer zu navigieren sind.

Grafik und Soundtrack

Die Grafik ist anständig, aber nichts Besonderes. In der Tat sind viele der Charaktere, Monster und Gegenstände schlecht gerendert. Die Ästhetik und die allgemeine Stimmung sind solide und bieten ein gruseliges Ambiente voller gruseliger und blutiger Objekte. Dennoch ist die grafische Qualität des Spiels manchmal lächerlich albern. Das Modell der Kreatur ist im Grunde direkt aus dem Counter-Strike Nexon Launcher entnommen und die Waffen wirken wie Flash-Waffen aus Counter Strike Portable. Außerdem geht der größte Teil des Spielgefühls verloren, sobald man auf die häufigen FPS-Einbrüche, die Leistungsprobleme und die fehlerhaften Charaktermodelle stößt. Die Musik im Hauptmenü ist extrem schrill, laut und unnötig dramatisch. Man sollte meinen, dass bei einem Spiel mit dieser dämonischen Ästhetik der Soundtrack aus sanfter, unheimlicher Musik bestehen würde, die Angst macht. Stattdessen wird der Spieler mit einer unerträglichen Melodie begrüßt, bei der man sich fragt, ob man Deceit 2 oder Medal of Honor gestartet hat. Auch die Soundplatzierung ist wirklich fragwürdig, da laute Soundeffekte zu bizarren Zeiten abgespielt werden, was zu der allgemeinen Verwirrung beiträgt, die man empfindet, wenn man das Spiel zum ersten Mal spielt. Die Musik selbst war nicht schlecht, sie passte nur nicht zur Ästhetik des Spiels. Was den Voice-Chat angeht, so ist die Qualität aus irgendeinem Grund mangelhaft. Der Näherungs-Chat funktioniert zwar, ist aber alles andere als erstklassig, und oft kann man die anderen Spieler nicht richtig verstehen. Das liegt nicht nur an der Audioqualität, sondern auch daran, wie schnell alles auf einmal im Spiel passiert.

Trailer:


Fazit

Deceit 2 hat einfach versucht, so viele dämonische und Horror-Elemente wie möglich in das einfache Konzept eines Mafia-Spiels einzubauen, und hat am Ende ein inkohärentes Durcheinander hervorgebracht. Es ist noch nicht alle Hoffnung verloren, denn das Spiel zeigt einen kleinen Einblick in sein Potenzial, aber leider reicht das nicht aus, um all seine Probleme auszugleichen. Alles in allem ist dieses verwirrende Erlebnis unglaublich vergesslich und fade. Das Spiel selbst ist wenig überzeugend, während der Inhalt überwältigend ist. Es ist ein zusammenhangloses Paradoxon eines Titels, dem jegliche Synergie fehlt, was neue Spieler verwirrt und wiederkehrende Spieler enttäuscht zurücklässt.


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