Bluey: The Videogame

PC, Shadow PC

Am 17. November 2023 erschien das Adventure Spiel des Entwicklers Artax Games und Publishers Outright Games Ltd., das dich in die Welt deiner Lieblingsserie eintauchen lässt.

Story und Handlung:

Bluey: The Videogame erzählt eine kurze, einigermaßen solide Geschichte, in der sich die Familie auf die Suche nach Bandits verlorenem Kindheitsschatz macht. Das Wort „kurz“ steht hier nicht aus Spaß, denn die Geschichte des Spiels ist in vier Episoden unterteilt, und jede von ihnen dauert maximal 10-15 Minuten. Du kannst es also innerhalb von zwei Stunden beenden, wenn du dich um alle  verschiedenen Sammelobjekte kümmerst, die du finden kannst, ansonsten ist nach etwa einer Stunde bereits Schluss. Das Spiel bringt dich an fünf Schauplätzen aus der Serie, darunter das Haus der Heelers, der Hinterhof, der Strand, der Spielplatz und der Bach.

Viel zu wenig Spielzeit

Da die TV-Serie von Bluey meistens nur Episoden bietet, die 10 Minuten gehen (das kommende 28-Minuten-Special im Jahr 2024 nicht mitgezählt), wurde dies ins Videospiel hineininterpretiert, allerdings funktioniert dies nur sehr schlecht, da die Episode sich nicht zwischen Story und Gameplay unterscheiden kann und man oft belanglose Sachen tun muss, die mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun haben oder besser gesagt, nicht passen. Nehmen wir zum Beispiel Episode eins. Zu Beginn sammelst du eine Auswahl (vier, um genau zu sein) der Spielzeuge von Bluey und Bingo im Haus ein. Danach spielst du eine kurze Partie „Keepy-Uppy" mit einem roten Luftballon, bevor der Wind ihn ins Haus weht. Sobald du den verschwundenen Ballon aufgespürt hast, ist es vorbei - Ende der Episode. Auch in den folgenden Episoden kannst du mehr oder weniger dasselbe erwarten, wenn auch mit leicht abgewandelten Aufgaben und einem willkommenen Szenenwechsel. Das Gameplay ist jedoch genau der Punkt, an dem Bluey Schwierigkeiten hat, das Interesse aufrechtzuerhalten. Das gesamte Spiel ist eine Übung im Auffinden und Sammeln von Objekten, unabhängig davon, ob diese direkt mit der Hauptgeschichte verbunden sind oder nicht. Du wirst von der Suche nach Spielzeug im Heeler-Haushalt bis hin zum Aufspüren von Müll, der sich im Haus angesammelt hat, gehen, aber im Grunde tust du während des gesamten Spiels immer nur das Gleiche. Du kannst das Erlebnis über den lokalen Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler etwas aufpeppen, aber selbst dann ändert das Spiel seine Ziele nicht, damit sich alle Beteiligten einbezogen fühlen.

Vier Minispiele für etwas Abwechslung

Zum Glück gibt es mit den vier verfügbaren Minispielen ein wenig willkommene Abwechslung, aber nicht sehr viel. Jedes der vier Spiele wird freigeschaltet, wenn du die jeweilige Aktivität in der Hauptgeschichte gespielt hast. Ich hatte bereits das Spiel „Keepy-Uppy" erwähnt, aber es gibt auch noch „Der Boden ist Lava", bei dem du von einer Plattform zur nächsten springen musst, ohne den Boden zu berühren, „Magisches Xylofon", bei dem du die anderen Familienmitglieder einfach nur jagen und mit deinem Xylofon „einfrieren" musst, und „Chattermax Chase", eine furchtbar langweilige Aktivität, bei der du ein Kuscheltier eine bestimmte Zeit lang greifen und festhalten musst. Du steuerst deine Spielfigur mit dem Analogstick  und kannst die Minispiele jederzeit während der Geschichte spielen. Jedes Spiel hat ein Zeitlimit, aber die Chancen stehen gut, dass du es in etwa einer Minute abschließen kannst. Sie sind eine gute Abwechslung, aber letztlich sind es Spiele, die man wahrscheinlich ein- oder zweimal spielt, ehe man sie zur Seite legt.

Sammelobjekte sind leicht zu finden

Abgesehen von der Geschichte und den Minispielen gibt es an jedem der fünf Schauplätze eine ganze Reihe von Sammelobjekten zu sammeln. Diese sind dank des auffälligen Funkelns, das jedes Objekt umgibt, nicht besonders knifflig zu finden, aber es ist zumindest eine nette Möglichkeit, die Spieler dazu zu bringen, die Umgebung weiterzuerkunden. Für einige der Sammelobjekte erhält man Aufkleber, während andere nach und nach ein Familienfoto enthüllen. Es gibt keinen wirklichen Anreiz, die Sammelobjekte zu finden, außer die Spielzeit künstlich zu verlängern, aber für Kinder, die von der Welt von Bluey besonders angetan sind, ist es eine gute Möglichkeit, die originalgetreue Grafik zu bewundern. Apropos Grafik, Bluey: The Videogame sieht die meiste Zeit ziemlich gut aus. Artax hat bei der Nachbildung der Fernsehserie gute Arbeit geleistet, auch wenn manche Bereiche zugegebenermaßen verbesserungswürdig sind. Zunächst einmal sehen die Animationen im Vergleich zur Serie ziemlich steif aus, wobei die Bewegung der Münder der Charaktere ein besonders eklatantes Problem darstellt. Es gibt auch sammelbare Outfits, aber diese sind mit schlechter 3D-Grafik gerendert, was zu einem seltsamen Nebeneinander führt, wenn man einen 3D-Cowboyhut auf Bandits 2D-Kopf setzt.

Trailer:


Fazit

Bluey: The Videogame emuliert erfolgreich das Aussehen und das Gefühl der kultigen Fernsehserie, aber leider gelingt es nicht, denselben Familienzauber wiederzuerlangen. Das Gameplay ist während der ein- bis zweistündigen Erfahrung unglaublich repetitiv und beruht auf dem Auffinden von Gegenständen, die in den fünf Hauptumgebungen verteilt sind. Minispiele lockern die Monotonie ein wenig auf, aber auch diese schaffen es nicht, die Aufmerksamkeit allzu lange aufrechtzuerhalten. Dennoch werden kleine Kinder ihren Spaß daran haben, in dieser Welt zu leben und als ihre Lieblingsfiguren von Bluey zu spielen. Wenn das alles ist, was man mit diesem Spiel erreichen will, dann ist es ganz gut gelungen. Aber wenn man es mit der All-Age-Magie der Serie selbst und anderen familienorientierten Spielen vergleicht, bleibt es weit hinter dem Ausgangsmaterial zurück. Man sollte sich also vorher gut überlegen, ob einem das Spiel wirklich 40€ Wert ist, wobei ein Familienausflug im Kino auch nicht unbedingt länger oder günstiger ist. Das Spiel eignet sich so aber wirklich nur für die Kleinsten unter uns.


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