The Last Ninja Collection + Bonus Games

PC, Shadow PC

Am 18. Dezember 2025 erschien die The Last Ninja Collection inklusive Bonus Games, die dir ein Stück Nostalgie in deine Spielbibliothek zaubert. In meiner Review erzähle ich dir mehr.

The Last Ninja Collection + Bonus Games

Nach einem äußerst erfolgreichen Start auf Kickstarter, bei dem die angestrebte Finanzierung bereits nach nur 37 Minuten erreicht wurde, liegt nun das offizielle Ergebnis der Kampagne vor. Die veröffentlichte Sammlung macht ihrem Namen alle Ehre und vereint insgesamt sieben klassische Titel. Im Mittelpunkt stehen dabei die legendären Teile der The Last Ninja-Reihe, darunter The Last Ninja, The Last Ninja 2, The Last Ninja 3 sowie The Last Ninja Remix. Ergänzt wird die Ninja-Sammlung durch die Kampfspiele Bangkok Knight, International Karate und dessen Weiterentwicklung IK+. Insgesamt bietet die Kollektion damit einen kompakten, aber inhaltlich starken Überblick über einige der bekanntesten Action- und Kampfspiele ihrer Zeit.

Pro Spiel lediglich ein Speicherplatz

Die Spiele werden über ein zentrales Hauptmenü gestartet und verfügen anschließend jeweils über ein eigenes Untermenü, in dem sich die gewünschte Plattformversion auswählen lässt – darunter Amiga, C64 und ZX Spectrum. Trotz teils deutlicher Unterschiede in der visuellen Darstellung bleibt die Spielbarkeit über alle Versionen hinweg weitgehend identisch. Zu jedem Titel stehen kurze Beschreibungen der Steuerung zur Verfügung, wobei sowohl die Nutzung der Tastatur als auch eines Gamepads unterstützt wird. Ergänzend dazu bietet das Menü kompakte Hinweise und Tipps, die den Einstieg erleichtern. Der Retro-Anzeigemodus lässt sich individuell anpassen, wobei sich die voreingestellte Darstellung mit Bildschirmfüllung und ausgewogener Farbgebung als die sinnvollste Option erweist. Der Spielfortschritt kann für jeden Titel separat gespeichert und jederzeit über das Menü geladen werden. Allerdings steht pro Spiel lediglich ein Speicherplatz zur Verfügung, der beim erneuten Speichern überschrieben wird. Bedauerlich ist, dass der Sammlung weder optionale Cheats noch spielerische Modifikationen beigefügt wurden. Gerade die Ninja-Titel bleiben aufgrund ihrer stellenweise sperrigen Steuerung weiterhin vergleichsweise anspruchsvoll. Ebenso hätten zusätzliche Inhalte wie Hintergrundmaterial zur Entwicklung, Artworks oder andere Einblicke in die Entstehungsgeschichte den Umfang sinnvoll bereichert. Entsprechende Extras sind jedoch nicht enthalten. Letztlich handelt es sich um eine Zusammenstellung mehrerer bedeutender Klassiker, die technisch so aufbereitet wurden, dass sie auf modernen Plattformen lauffähig sind. Über diese reine Zugänglichmachung hinaus bietet die Sammlung jedoch kaum zusätzlichen Mehrwert.

Präzises Positionieren ist zwingend erforderlich

Die The Last Ninja-Spiele verdeutlichen den kontinuierlichen Fortschritt der Serie, die sich für ihre Zeit vor allem in grafischer Hinsicht weiterentwickelte und ihre Spielmechaniken behutsam anpasste. Bereits zur damaligen Veröffentlichung galt die Steuerung als gewöhnungsbedürftig – ein Umstand, der angesichts der geringeren Komforterwartungen früherer Spielergenerationen jedoch eher akzeptiert wurde. Da das grundlegende Steuerungssystem bis heute unverändert geblieben ist, fällt der Einstieg aus heutiger Sicht sogar noch schwerer. Die Bewegung erfolgt über Tasten oder Controller-Buttons in einer isometrischen Pixelumgebung. Der Ninja bewegt sich dabei auf fest definierten Pfaden, auf denen er regelmäßig auf Gegner trifft. Präzises Positionieren ist zwingend erforderlich, da Angriffe andernfalls ins Leere gehen. Bereits das korrekte Ausrichten der Spielfigur zum Gegner kann sich als Herausforderung erweisen. Im Gegensatz zu modernen Standards, bei denen Angriffe meist über eine Kombination aus Bewegungs- und Aktionstasten ausgelöst werden, verfolgt The Last Ninja ein eigenes Steuerungskonzept. Nähert man sich einem Gegner, muss die Aktionstaste gedrückt und gehalten werden, wodurch die Bewegungstasten ihre Funktion ändern und als Angriffstasten dienen. In diesem Zustand bleibt die Figur stehen und führt statt Bewegungen Tritte oder Schläge aus. Erst nach dem Loslassen der Aktionstaste wechselt das Spiel zurück in den Bewegungsmodus.

Frustrierende und wenig zugängliche Steuerung

Im Verlauf des Spiels sammelt man verschiedene Waffen und Zusatzgegenstände, darunter Stäbe, Schwerter, Wurfsterne, Nunchakus, Rauchgranaten oder Heiläpfel, die den Kampf zumindest etwas erleichtern. Das Aufnehmen dieser Objekte erweist sich jedoch als ebenso anspruchsvoll wie viele andere Interaktionen im Spiel. Der Ninja muss äußerst präzise positioniert werden, sodass seine Hand exakt auf das oft schwer erkennbare Objekt ausgerichtet ist. In der Praxis erfordert dies nahezu millimetergenaue Bewegungen, die erst nach längerer Eingewöhnung zuverlässig gelingen. Dieses Maß an Präzision wirkt aus heutiger Perspektive unnötig sperrig und dürfte viele moderne Spieler schnell abschrecken. Trotz ihres inhaltlich interessanten Konzepts überraschen die The Last Ninja-Titel spielerisch daher eher negativ. Selbst erfahrene Veteranen, die mit der Serie vertraut sind, werden beim erneuten Spielen regelmäßig an die frustrierende und wenig zugängliche Steuerung erinnert. Bangkok Knights ist ein klassisches Kampfspiel, in dem man in abgeschlossenen Arenen jeweils einem einzelnen Gegner gegenübertritt. Das Kampfsystem bleibt dabei vergleichsweise schlicht und reduziert sich weitgehend auf das rhythmische Ausführen von Schlägen und Tritten. Wer mehr Treffer landet, geht als Sieger hervor. In spielerischer Hinsicht bleibt der Titel dadurch eher unspektakulär. International Karate präsentiert sich deutlich zugänglicher und präziser in der Steuerung. Zwar gibt es ein kleines Manko, da sich die Spielfigur mit einer kurzen Verzögerung zum Gegner ausrichtet, wenn dieser hinter sie gelangt, insgesamt überzeugt das Spiel jedoch mit flüssigen Kampfanimationen und einem hohen Unterhaltungswert. Besonders positiv fällt die Möglichkeit auf, auch gegen einen menschlichen Mitspieler anzutreten. Mit IK+ wird das bewährte Konzept konsequent weiterentwickelt. Die Kämpfe finden hier mit drei gleichzeitig antretenden Kämpfern statt, wobei jeder gegen jeden antritt. Die Leistung aller Beteiligten wird vom Schiedsrichter bewertet und nach Ablauf der Zeit entsprechend gewertet. Zusätzlich sorgen kleinere Geschicklichkeitseinlagen – etwa das Abwehren fliegender Geschosse oder das gezielte Wegschießen von Bomben – für Abwechslung und verleihen dem Spiel eine eigene Dynamik.

Trailer:

 


Fazit

Die The Last Ninja Collection bietet zweifellos eine nostalgische Rückschau auf die kultigen Klassiker des britischen Entwicklers System 3. Aus heutiger Perspektive erweist sich das eigentliche Spielerlebnis jedoch als ausgesprochen sperrig. Viele moderne Spieler dürften sich nur schwer mit der umständlichen Steuerung und den deutlich gealterten Spielmechaniken arrangieren können, was den Zugang erheblich erschwert. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die ergänzenden Bonustitel innerhalb der Sammlung spielerisch stellenweise sogar als zugänglicher und unterhaltsamer erweisen als die namensgebenden Ninja-Klassiker selbst. Insgesamt mangelt es der Kollektion jedoch an zusätzlichen Inhalten, die ihr mehr Tiefe und einen klaren Mehrwert verleihen würden. Gerade angesichts des vergleichsweise hohen Preises hätte man zumindest für langjährige Fans der Reihe ein umfangreicheres und liebevoller aufbereitetes Gesamtpaket erwarten dürfen. Vor diesem Hintergrund erscheint ein modernisiertes Remake – oder zumindest ein behutsames Remaster – als deutlich sinnvollere Alternative. Eine zeitgemäß angepasste Version der Spiele, ergänzt durch die Originalfassungen mit klassischer Grafik und ursprünglicher Steuerung, hätte das Potenzial, sowohl Nostalgiker als auch neue Spieler gleichermaßen anzusprechen.


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