
The Stairwell ist ein psychologisches Horrorspiel für die PS5, das sich ganz auf ein einziges, scheinbar simples Motiv konzentriert: ein Treppenhaus. Was zunächst banal klingt, entwickelt sich zu einer intensiven, klaustrophobischen Erfahrung. Statt weitläufiger Areale oder Actionsequenzen setzt das Spiel auf Enge, Wiederholung und subtile Veränderungen.
Story und Handlung – Gefangen zwischen Etagen
Du findest dich in einem verlassen wirkenden Gebäude wieder. Das Treppenhaus scheint endlos zu sein, und jeder Versuch, es zu verlassen, führt dich nur tiefer hinein. Hinweise auf die Vergangenheit des Ortes und deiner eigenen Rolle darin werden nach und nach sichtbar – in Form von Notizen, flüchtigen Visionen oder Veränderungen in der Umgebung. Die Story ist bewusst fragmentarisch erzählt. Du bekommst keine langen Dialoge oder klare Erklärungen, sondern musst dir vieles selbst erschließen. Themen wie Schuld, Isolation und psychische Belastung stehen im Mittelpunkt. Je weiter du auf- oder absteigst, desto deutlicher wird, dass das Treppenhaus mehr ist als nur ein Ort – es ist ein Spiegel innerer Konflikte.

Gameplay – Beobachten, Wiederholen, Verstehen
Das Gameplay ist ruhig und stark auf Erkundung ausgelegt. Du bewegst dich durch das Treppenhaus, öffnest Türen, untersuchst Details und suchst nach Anomalien. In gewisser Weise erinnert das Spiel an sogenannte „Loop“-Horror-Erfahrungen, bei denen sich Abschnitte wiederholen, aber jedes Mal leicht verändert sind. Du musst aufmerksam sein. Kleine Unterschiede in Beleuchtung, Objekten oder Geräuschen sind entscheidend für deinen Fortschritt. Rätsel sind eher subtil als komplex, und der Fokus liegt auf Wahrnehmung statt auf Logikaufgaben. Action gibt es kaum, Bedrohung entsteht hauptsächlich durch Atmosphäre und Erwartung. Das Spieltempo ist bewusst langsam. Wenn du Geduld mitbringst, entfaltet sich die Spannung effektiv. Wer hingegen mehr Interaktion oder Variation sucht, könnte das Gameplay als eintönig empfinden.Grafik und Sound
Auf der PS5 profitiert The Stairwell von sauberer Beleuchtung und stabiler Performance. Das Treppenhaus wirkt realistisch und detailliert genug, um glaubwürdig zu erscheinen, ohne überladen zu sein. Besonders Licht- und Schatteneffekte tragen stark zur Stimmung bei. Die Umgebung bleibt größtenteils gleich, doch genau diese Konstanz sorgt dafür, dass kleine Veränderungen sofort ins Auge fallen. Technisch läuft das Spiel flüssig und ohne nennenswerte Einbrüche. Der Sound ist das stärkste Element des Spiels. Knarrende Stufen, entfernte Geräusche, plötzliches Flackern von Licht oder das Echo deiner Schritte erzeugen eine permanente Unruhe. Musik wird sparsam eingesetzt, was die Wirkung einzelner Momente verstärkt. Mit Kopfhörern entsteht eine besonders intensive Atmosphäre. Der Horror entsteht weniger durch Schockeffekte als durch das Gefühl, nie allein zu sein.






