
Mit Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties, entwickelt vom Ryu Ga Gotoku Studio und veröffentlicht von SEGA, kehrt ein weiterer Serienklassiker in modernisierter Form zurück. Die in diesem Jahr erschienene Neuauflage verbindet die überarbeitete Version von Yakuza 3 mit der zusätzlichen Nebenhandlung Dark Ties und bringt Kazuma Kiryus Okinawa-Kapitel technisch wie spielerisch auf einen zeitgemäßen Stand.
Zwischen Waisenhaus und Unterwelt – Ein ruhiger Neuanfang mit Folgen
Ursprünglich 2009 (2010 im Westen) für die PlayStation 3 erschienen, gilt Yakuza 3 als einer der intimsten und zugleich melodramatischsten Teile der Reihe. Du erlebst, wie Kazuma Kiryu versucht, mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Er zieht nach Okinawa, gründet gemeinsam mit Haruka das Waisenhaus „Morning Glory“ und widmet sich dort einem ruhigen Leben am Meer. Doch so sehr du dich auch aus den Machtkämpfen in Kamurocho heraushalten willst – der lange Arm der Yakuza holt dich früher oder später wieder ein.

Der besondere Reiz von Yakuza 3 liegt im Wechsel zwischen alltäglichen, beinahe beschaulichen Momenten und den typischen, überzeichneten Schlägereien der Serie. Im Original nahm sich das Spiel jedoch viel Zeit, bevor es richtig Fahrt aufnahm. In der überarbeiteten Version wurde das Pacing deutlich gestrafft: Zwar bleibt die Kapitelstruktur erhalten, doch Inhalte wurden neu verteilt, Pflichtaufgaben reduziert und Nebenaktivitäten stärker optional gestaltet. Dadurch entscheidest du selbst, wann du die Hauptgeschichte vorantreibst und wann du dich mit Nebeninhalten beschäftigst – von klassischen Aktivitäten wie Karaoke bis hin zu neuen Elementen rund um das Leben im Morning Glory. Auch wenn einige Nebenfiguren weniger Raum erhalten als im Original, profitiert die Erzählung insgesamt von einem klareren Fokus und einem deutlich besseren Tempo.
Morning Glory und Ragazzaccio Drago – Entschleunigung oder Adrenalin
Mit dem „Leben im Morning Glory“ reagiert das Entwicklerteam auf einen der größten Kritikpunkte des Originals: das extrem gemächliche Tempo der Anfangskapitel. Statt dich nur mit simplen Aufgaben wie Strandreinigung oder kleinen Streitigkeiten im Waisenhaus zu beschäftigen, erwartet dich nun eine Mischung aus Minispielsammlung und gemütlichem Aufbau-Element. Du kümmerst dich um Tiere, erntest Obst und Gemüse, verbesserst das Gelände und stärkst durch zahlreiche Aktivitäten deinen „Papino“-Rang. Ob Kochen, Nähen, Spielen mit den Kindern oder kleine Quiz-Herausforderungen – alles beeinflusst eure Beziehung zueinander. Wenn du die typischen, teils herrlich absurden Nebenbeschäftigungen der Reihe liebst, wirst du hier gut unterhalten. Möchtest du dich jedoch stärker auf die Hauptstory konzentrieren, kannst du fast alles überspringen – abgesehen von kurzen Tutorial-Abschnitten. So bestimmst du selbst, wie gemächlich oder zügig sich das Abenteuer entfaltet.
Technisch stabil und erzählerisch erweitert
Die PC-Version von Yakuza 3 & Dark Ties präsentiert sich technisch insgesamt solide und gut optimiert. Auf einem aktuellen Mittelklasse-System läuft das Spiel in hohen Einstellungen flüssig mit stabiler Bildrate, selbst in größeren Massenschlägereien mit vielen Effekten und Gegnern gleichzeitig. Die Dragon Engine skaliert sauber mit der Hardware, bietet anpassbare Grafikoptionen und unterstützt hohe Auflösungen sowie variable Bildraten. Gelegentlich sind kleinere Pop-ins oder minimal verzögerte Textur-Ladevorgänge zu beobachten, gravierende Einbrüche oder Abstürze blieben im Test jedoch aus. Auch Ladezeiten fallen dank SSD angenehm kurz aus. Insgesamt liefert die PC-Version eine technisch verlässliche Umsetzung, die das Spiel in seiner bislang stabilsten und flexibelsten Form spielbar macht.





