Ride 6

PlayStation 5

Mit Ride 6, entwickelt und veröffentlicht von Milestone, geht die Motorradrennserie in die nächste Runde. Der neue Teil setzt erneut auf eine Mischung aus Simulation und Zugänglichkeit, erweitert das Strecken- und Bike-Angebot und bringt dank technischer Verbesserungen frischen Schwung ins bewährte Konzept. Hier steigst du nicht für große Story-Momente aufs Bike – sondern für pure Geschwindigkeit und präzise Kontrolle.

Vollgas ohne Umwege

Mit Ride 6 liefert Milestone den mittlerweile sechsten Teil seiner Motorradreihe ab – und du merkst schnell, warum sich die Serie über die Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut hat. Das Konzept bleibt klar und schnörkellos: echte und fiktive Rennstrecken, eine große Auswahl an Motorrädern und ein Karrieremodus rund um das „Ridefest“, bei dem du Rennen fährst, Ziele erfüllst und Schritt für Schritt neue Events freischaltest. Eine Story gibt es nicht – hier geht es einzig darum, den Helm aufzusetzen und Gas zu geben. Vom Supersportler über Naked Bikes bis hin zu Rollern ist alles vertreten, und überraschenderweise macht fast jede Klasse auf ihre eigene Weise Spaß. Beim Fahrgefühl hast du die Wahl zwischen Arcade- und Pro-Modus. Letzterer kommt der Simulation am nächsten: Jedes Bike fährt sich anders, verlangt sauberes Bremsen, kontrolliertes Herausbeschleunigen und ein gutes Gespür für Balance. Fehler kündigen sich meist an, sodass Stürze selten unfair wirken. Mit kleinen Anpassungen in der Box kannst du zudem viel herausholen – manchmal entscheidet Feintuning über Podium oder Mittelfeld. Der Arcade-Modus ist zugänglicher, aber kein reines Fun-Rennspiel: Die Bikes kleben stärker auf dem Asphalt und verzeihen mehr, ohne völlig anspruchslos zu sein. Ideal, um dich einzugewöhnen, bevor du dich im Pro-Modus an die echte Herausforderung wagst.

Mehr Technik, mehr Vielfalt – aber bekannte Schwächen

Mit Ride 6 stand Milestone vor der Frage, wie sich ein neuer Teil wirklich lohnenswert anfühlen kann. Die sichtbarste Antwort ist der Umstieg auf die Unreal Engine 5, der für spürbare, wenn auch nicht revolutionäre Grafikverbesserungen sorgt. Einige Strecken sehen beeindruckend aus – besonders die Serpentinen am Mount Gunma bei herbstlichem Sonnenuntergang, mit starken Lichtstimmungen und technisch anspruchsvollem Layout. Auch inhaltlich gibt es frischen Wind: Neben Rollern und Supersportlern kannst du erstmals Motard-Bikes auf unbefestigten Strecken fahren, darunter klassische Offroad-Kurse und sogenannte Flat Tracks in beleuchteten Arenen. Hier zählt weniger Höchstgeschwindigkeit, sondern kontrolliertes Driften und präzises Handling – eine willkommene Abwechslung. Weniger überzeugend bleibt die KI. Zwar rammen dich die Gegner nicht mehr ganz so aggressiv wie früher, doch echte Persönlichkeit oder taktische Finesse fehlt weiterhin. Letztlich sind sie eher bewegliche Hindernisse als echte Rivalen. Die wahre Herausforderung liegt ohnehin im Streckendesign: das richtige Timing beim Anbremsen, saubere Linienwahl und das perfekte Herausbeschleunigen entscheiden über Sieg oder Niederlage. Dank der abwechslungsreichen Kurse und des spürbar unterschiedlichen Fahrverhaltens der Bikes bleibt die Spannung dennoch bis zur letzten Kurve erhalten.

Trailer:


Fazit

Ride 6 bleibt seiner Linie treu und versucht dennoch, sich mit kleinen, gezielten Verbesserungen weiterzuentwickeln. Die Grund-DNA der Serie ist unverändert, die Karriere vertraut strukturiert – doch technische Fortschritte und die Einführung von Schotter- und Offroad-Events sorgen für frischen Wind, ohne das Spiel komplett neu zu erfinden. Es ist kein radikaler Neustart, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Für den nächsten Teil darf Milestone jedoch gern mutiger werden – insbesondere bei der KI, die zwar leicht verbessert wurde, aber noch immer zu wenig Persönlichkeit und Herausforderung bietet. Unterm Strich ist Ride 6 ein solides, technisch sauberes Rennspiel, das Fans überzeugt, ohne die Serie grundlegend neu zu definieren.


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